Kerstin Greunke, Brandenburg

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Humanismus ist für mich kein abstrakter Begriff, sondern meine Lebensauffassung und somit für mich eigentlich selbstverständlich. Optimistisch war ich schon immer und bereits in jungen Jahren habe ich humanistische Überzeugungen gelebt, ohne mir dessen bewusst zu sein. Dem eigenen Gegenüber Freiraum zu lassen, um sich frei und selbstbestimmt entfalten zu können, ist für mich genauso alltäglich, wie darauf zu achten, dass alle Menschen respektvoll miteinander umgehen.

Mein Herz habe ich an die Kinder- und Jugendarbeit verloren, darum bin ich seit 13 Jahren ehrenamtlich bei den Freidenkern Barnim aktiv.  Ich bin der Überzeugung, dass unsere Kinder und Jugendlichen aktiv, kreativ und unvoreingenommen gegenüber Neuem sind, wenn man ihnen nur kleine Anreize und Möglichkeiten gibt, sich persönlich einzubringen. Mir selbst macht es einfach nur große Freude zu sehen, mit welchem Engagement die kleinen und großen Heranwachsenden sich auch herausfordernden Aufgaben widmen, wenn man sie einen individuellen Teil eines gemeinsamen Projekts sein lässt. Ich halte es darum bis heute mit Herbert Grönemeyer: „Kinder an die Macht“ – und es ist einfach immer wieder schön zu sehen, wie aus den kleinen dann große Menschen werden, deren Leben man ein Stück begleiten und prägen durfte.

Ich weiß natürlich, dass eine humanistische Lebensauffassung nicht für alle Menschen selbstverständlich oder alltäglich ist. Sie ist auch das Ergebnis von gemeinsamen Bemühungen, anderen die Möglichkeit zu geben, sich bewusst machen zu können: Wir besitzen nur dieses eine Leben und darum können und sollten wir den Sinn dieses Lebens selbst bestimmen – rational und kritisch denkend, solidarisch handelnd, mitfühlend und zuversichtlich. Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam diese Überzeugungen und Werte lebendig erhalten, um sie an möglichst viele Menschen neben und nach uns weiterzugeben.

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